Harte Schule - Friedrich Wieck wurde in Pretzsch geboren. Wie er sich der Erziehung und der Karriere seiner Tochter widmete.
von Erhard Dubrau

Da in diesem Jahr der 200. Geburtstag von Clara Wieck, verheiratete Clara Schumann, begangen wird, soll auch an ihren Vater Friedrich Wieck erinnert werden. Denn ohne ihren Vater wäre Clara Josephine (13. September 1819 bis 20. Mai 1896) keine so namhafte und bekannte Klaviervirtuosin des 19. Jahrhunderts geworden.
Ihr Vater Friedrich Wieck war ein Sohn der Elbestadt Pretzsch. Hier verlebte er seine Kindheit, ehe er später nach Leipzig kam.
Wer war eigentlich Friedrich Wieck? Wohl hat ein Film sein Leben nachgezeichnet, aber im großen Jubiläumsjahr, dem 200. Geburtstag seiner Tochter Clara, soll an ihn erinnert werden. Wieck widmete sich ganz dem Klavier und dem Unterricht. Sein Geschäft befand sich in der „Hohen Linie“ an dem Neumarkt, wo er zwischen 1818 und 1821 auch wohnte. Unter seinen Schülerinnen befand sich Mariane Tromlitz. Der 31-jährige Wieck verliebte sich in die Pianistin und Sängerin und heiratete sie.
Einen Flügel fürs Wiegenkind
Am 13. September 1819 brachte sie eine Tochter zur Welt. Wieck war begeistert. Clara muss sie heißen, „Clara, die Reine, die Helle“. Der Vater hatte sich den Kopf gesetzt, seine Tochter solle einmal eine große Pianistin werden. Mit Clara wollte er der Welt zeigen, was der „Fritze“ alles vermark. Schon als Kind noch in der Wiege lag, bestellte er für Clara einen Flügel aus Wien. In dieser Stadt kaufte er regelmäßig Klaviere.
1824 begann Friedrich Wieck mit dem Unterricht seiner fünfjährigen Tochter. In die Schule brauchte sie nicht zu gehen, denn Lesen, Schreiben und Rechnen brachte er ihr selber bei. Wieck achtete nicht nur auf das pianistische Renommee seiner Tochter, sondern er suchte ihr, grundlegende musikalische Fertigkeiten zu vermitteln, so dass Clara später auch komponieren konnte.
Ihre spielerische Hingabe an das Klavier führte in Kombination mit der pädagogischen Konsequenz des Vaters bald zu Erfolgen. Voller Stolz nahm Wieck diesen Fortschritt wahr, so dachte er schon früh an öffentliche Auftritte seiner Tochter.
Im Oktober 1828 im Alter von nur 9 Jahren war es im Leipziger Gewandhaus soweit. Zwei Jahre später eroberte sie in einem Konzert die Herzen der Dresdener.
Erfolgreiche Methodik
1830 hatte Wieck den Schüler Robert Schumann angenommen und versprach Schumann Mutter, ihren Sohn binnen drei Jahren zu einem der der größten jetzt lebenden Klavierspieler auszubilden. Er nahm ihn in seine „harte Schule“.
Die Wiecksche Klaviermethodik hatte Erfolg. Er konnte vom Unterricht leben, aber es erschlossen sich bald weitere Einnahmequellen. So fungierte er zusätzlich als Impresario (Theater-, Konzertagent) und Musikschriftsteller.
Sein Haus wurde nicht nur Mittelpunkt seiner Musikschüler, sondern auch von Musikfreunden. Dadurch gelangte Friedrich Wieck zum beträchtlichen Wohlstand und ansehen und konnte diese Firma erfolgreich bis zu seinem Weggang nach Dresden führen.
Geheimrat ist beeindruckt
Ende September 1831 brach Clara mir ihrem Vater zu einer Konzertreise nach Paris auf. Weimar heißt die erste Station. Die erhoffte Einladung Goethes blieb nicht aus. Am 1. Oktober bat der Geheimrat die Wiecks in seinen Salon. Clara trägt ihm frohen Herzens die Bravour-Variationen op. 20 von Henri Herz vor und versteht es, den Hochbetagten für sich einzunehmen. Über Clara, kommentiert Goethe, vergesse man die Komposition. Und dem stolzen Vater machte er das Kompliment, seine Tochter habe mehr Kraft als sechs Knaben zusammen.
Später wurde Clara Schumann mit Frederic Chopin und Felix Mendelssohn Bartholdy bekannt, die ihre kraftvolle, aber auch poetische Spielweise sehr schätzten.
Clara war nicht nur eine große Künstlerin, sondern in ihrer Zeit eine starke Frau. Da Friedrich Wieck seiner Tochter nicht erlaubte, Robert Schumann zu heiraten, klagte sie vor einem Leipziger Gericht das Recht auf Eheschließung ein, das ihr 1840 gewährt wurde.
Die Tochter erinnert sich
Nach dem Tod des Vaters1873 schrieb Clara Schumann in ihr Tagebuch:
„Heiß hatte ich ihn geliebt, oft empfand ich es, jetzt aber brach das Gefühl mit Macht in mich hinein. Wie viele Jahre hatte er sich ausschließlich mit gewidmet, welchen schönen Einfluss hat er auf mich gehabt in der Auffassung eines practischen, thätigen Lebens…. Seine Natur hatte etwas Großartiges, von Kleinigkeiten wußte er nichts; wo er nützen konnte, war er stets bereit; mehr als das, er suchte die Gelegenheit dazu, er interessierte sich aufs lebhaftigste, wo er Talent zu finden glaubte und frug dann nie, ob er Dank haben würde. …meine Trauer war groß…, daß ich sie nicht beschreiben könnte.“
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