60 Jahre Hundeschule Pretzsch
Am 21. Januar 1949 besichtigte eine kleine Kommission von Polizeibediensteten das ehemalige Umsiedlerlager Pretzsch/ Elbe und prüfte die Liegenschaft und das Gelände auf seine Eignung, eine Polizeihundezucht- und Abrichteanstalt für das Land Sachsen-Anhalt aufzubauen.
Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass sich das Objekt mit dem angrenzenden Gelände gut dafür eignen würde und unterbreitete dem damaligen Chef der Landespolizeibehörde Sachsen- Anhalt den Vorschlag, hier in Pretzsch eine Polizeihundezucht- und Abrichteanstalt zu errichten. Dazu wurden ein Lageplan mit Einteilung der Gebäude und ein Stellplan für das benötigte Personal erarbeitet.
Im zweiten Halbjahr 1949 wurden der damalige Leiter der Hundestaffel Halle, Polizeimeister Theodor Leuker und weitere 15 Polizeiangehörige nach Pretzsch versetzt, die sofort mit ihrer Tätigkeit, dem Aufbau einer Polizeihundezucht- und Abrichteanstalt begannen.
Bei den vorhandenen Gebäuden und Baracken des Umsiedlerlagers wurden die Dächer ausgebessert, da es stark durchregnete, einige Gebäudeteile wurden weggerissen und notdürftig ein Badehaus mit Duschen für die Lehrgangsteilnehmer und ein Anbau für ein Hundebad neu erreichtet.

Am 20. Februar 1950 wurde der erste Jahrgang mit 13 Diensthundführern eröffnet. Schuleiter war Oberstleutnant der VP Theodor Leuker. Er war bis 1977 Schulleiter. Schon im April wurde die Kapazität auf 60 Diensthundführer erhöht. Die Lehrgangsdauer betrug acht Wochen. Die Auslastung wurde später unter Ausnutzung der vorhandenen Gebäude auf eine Kapazität von 130 Schutzhundeführer mit einer Belegung von bis zu 200 Diensthunden gesteigert. Aller Anfang war schwer. Zur Versorgung der Angehörigen und der Diensthundeführer wurde eine Frau aus Pretzsch genommen, die in den ersten Wochen mit ihren eigenen Kochtöpfen die Mahlzeiten zubereitete. Zwinger standen nicht zur Verfügung, die Hunde wurden an Hütten angeleint. Zur veterinärmedizinischen Betreuung der Hunde wurde 1 Zimmer in der Baracke des Stammpersonals eingerichtet ,Instrumente und Arzneimittel waren kaum vorhanden. Der planmäßige Ausbau der Diensthundführerschule vollzog sich schrittweise. So wurden aus einem großen Gebäude mit Speisesaal Lehrsäle geschaffen, Baracken zu Hundezwinger, Krankenzwingern und Quarantänezwingern umgebaut und eine Hundefutterküche mit Lagerräumen und einem Kühlraum neu gebaut. Zwei Baracken wurden zu Wohngebäuden mit einer Kapazität für 136 Lehrgangsteilnehmer hergerichtet. In jeder Baracke gab es 17 Wohnräume mit einer Belegung von je 4 Mann pro Zimmer.

1951 wurde die Schule umbenannt in „Landesabrichteanstalt für Diensthunde der Volkspolizei“. Im diesem Jahr wurde eine Veterinärabteilung und eine Quarantänestation aufgebaut. Gleichzeitig begann man mit dem Aufbau einer Zwingeranlage. 1952 wurde ein großzügiges Zuchtgebäude mit Auslauf errichtet. Auch die Unterkünfte der Diensthundführer wurden neu gestaltet.

1954 erfolgte nach Wegfall der Schule in Bautzen die Umbenennung in „Zentralschule der Deutschen Volkspolizei“. Pretzsch war nunmehr einzige Ausbildungsstätte für Diensthundführer der Volkspolizei in der DDR.
1958 begann man mit dem Bau eines Lehrgebäudes. 1966 wird die Schule umbenannt in „Spezialschule des MdI für Diensthundwesen (MdI – Ministerium des Inneren). In den 70er Jahren begann eine rege Bautätigkeit. Erweiterung der Veterinärabteilung, Bau eines Ölheizwerkes, Bau eines Wirtschaftsgebäudes. Schulleiter wird 1977 Oberst der VP Dr. Walter Derda. 1980 begann die Ausbildung Abschnittsbevollmächtigten. 1986 war der Schulleiter Oberst der VP Karl-Heinz Wäldchen. Bis 1990 wurden mehr als 17.000 Diensthundführer mit Diensthunden für die Volkspolizei in der DDR ausgebildet.

Nach der Wiedervereinigung wurde die Hundeschule in „Schule für Diensthundwesen“ Pretzsch umbenannt. Mit Organisationserlass vom 26.07.1993 wurde die Umbenennung der Schule für Diensthundewesen in Diensthundeführerschule des Landes Sachsen- Anhalt vollzogen. Die Polizisten und Zivilbeschäftigten wurden in ein befristetes Dienst- bzw. Arbeitsverhältnis mit dem BMI übernommen. Die Schule wurde vorübergehend dem Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt unterstellt, danach bis 1993 der Landespolizeischule Aschersleben.

Der Freistaat Thüringen nutzt bis heute die Einrichtung für die Ausbildung seiner Diensthundführer mit Diensthund. Ab 1993 wird die Bezeichnung „Diensthundeführerschule des Landes Sachsen-Anhalt“ geführt und dem Regierungspräsidium nachgeordnet. 1992 wurden 224 Polizeihunde aus Sachsen- Anhalt für ihren Einsatz trainiert. Die Hunde werden als Spürhunde für Sprengstoff, Rauschgift, Leichen sowie Geruchsspurenvergleichshunde und Fährtenhunde ausgebildet. Die einst über 200 Hundezwinger wurden auf 160 reduziert. Der Ausbilder für diese Hunde war der Polizeiobermeister Hartmut Penner.Die Ausbildung erfolgt als Sprengstoffspürhundführer und Rauschgiftspürhundführer. 1999 wurde der Eingangsbereich neu gestaltet und ein Veterinärcontainer fertiggestellt. Im Jahr 2000 sind insgesamt 41 Bedienstete, davon 22 Polizeivollzugsbeamte, 2 Verwaltungsbeamte, 17 Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Das Gelände wurde von 57 ha auf 17 ha verringert.

In einem 70-tägigen Seminar erfolgt die Ausbildung zum Polizeischutzhund mit folgenden Spezialrichtungen: Rauschgiftspürhund, Sprengstoffspürhund, Fährtenhund, Leichenspürhund.

Vom 12. – 13. Mai 2000 wurden die Feierlichkeiten anlässlich 50 Jahre Diensthundführerschule Pretzsch begangen. Leiter der Diensthundführerschule war Siegfried Schulz. Seit 2002 werden Brandmittelspürhunde ausgebildet, nur zwei in ganz Sachsen-Anhalt. Seit 2004 ist Polizeioberrat Jürgen Paul der Leiter. Die Diensthundführerschule in Pretzsch existiert nicht mehr als eigenständig Polizeieinrichtung, sie wurde als unselbständige „ Dienststelle“ der Polizeidirektion Dessau unterstellt. Pretzsch wurde die zentrale Ausbildungsstätte für Diensthundführer und Polizeidiensthunde der Polizei Sachsen-Anhalts.

Am 07.und 08. Mai 2010 im Pretzscher Ortsteil Neu - Körbin 28 Diensthundführer, leitende Beamte der Polizei in Sachsen- Anhalt, Brandenburg und Thüringen (die Schule bildet für diese Länder aus) und zahlreiche Gäste erschienen zu einer Feierstunde im Auditorium. Die Diensthundführerschule ist die älteste Polizeieinrichtung. Lothar Haberhauffe ist das einzig noch lebende Gründungsmitglied als einer der ersten 13 Lehrgangsteilnehmer kam er am 1.Apri 1950 nach Pretzsch. Er baute eine Diensthundstaffel hier auf. Hautsächlich für den Schutzdienst sind bis 1989 die Hunde in Pretzsch ausgebildet worden, was die Fährtenarbeit einschloss. Für die Grenztruppen gab es in Potsdam eine eigene Schule. Sie wurden dort zum Aufspüren von Grenzverletzern abgerichtet. Ab 1991 wurden Sprengstoffspürhunde und Drogenspürhunde ausgebildet . 1999 kamen Brandmittel- und Leichenspürhunde dazu. Seit 2008 wird als deutschlandweit erste mit der Ausbildung von Graffiti- Spürhunden begonnen. In 60 Jahren des Bestehens dieser Einrichtung wurden 25000 Polizistinnen und Polizisten mit ihren Diensthunden ausgebildet.

Kapazität der Diensthundführerschule

Unterkunftskapazität: 81 Betten (davon 18 in Doppelzimmern); großzügige Seminar-, Dienst- u. Beratungsräume; Kantine mit Pausenversorgung u. Vollverpflegung Ausbildungsobjekte: 3 Hundeabrichteplätze, 1 Fachkabinett Kynologie; Räumlichkeiten zur praxisnahen Ausbildung und 36 vertragliche Vereinbarungen mit privaten Betrieben und anderen Einrichtungen im Bereich

Jährlich werden ca. 100 Lehrgänge für die Diensthundführerausbildung geplant und mit über 550 Teilnehmern in allen Ausbildungsrichtungen durchgeführt. Die längsten Lehrgänge in der Grundausbildung junger Diensthundführer/-innen dauern 70 Ausbildungstage.
Die DHFS wird als Ausbildungs- und Tagungsstätte durch die Polizeibehörden und Einrichtungen mit durchschnittlich 50 Veranstaltungen und ca. 700 Teilnehmern jährlich genutzt und genießt auf Grund ihrer Ausstattung einen guten Ruf.
Informationen
Fährzeiten der Elbfähre
Sommerzeit von April bis Oktober
 Mo-Fr      5.00-20.00 Uhr
 Sa./So./Feiertag  8.00-19.00 Uhr

Winterzeit von November bis März
 Mo-Fr      5.00-19.00 Uhr
 Sa./So./Feiertag  8.00-18.00 Uhr

Mobil: 0171 / 444 7406

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Geschützte Bäume
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Gemeine Rosskastanie am Golmer Weinberg